Für Selbständige

Kranken- und Altersversorge für deine Selbständigkeit

Als Selbständiger triffst du die GKV/PKV-Entscheidung allein, trägst das Nachzahlungsrisiko allein und musst auch deine Altersvorsorge selbst organisieren. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

Was auf dich zukommt, wenn du es nicht regelst

Krankenversicherung wird schnell sehr teuer

Dein GKV-Beitrag wächst direkt mit deinem Gewinn, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Quelle: krankenkassen.de, „Rechengrößen 2026“

Hohes Nachzahlungsrisiko

Dein Beitrag wird zunächst nur vorläufig festgesetzt. Fällt dein Gewinn höher aus, drohen rückwirkende Nachforderungen.

Quelle: Haufe, „Rückwirkende Beitragsberechnung für Selbstständige“; § 240 SGB V

Weniger Leistung

Die GKV übernimmt bei vielen Leistungen wie Zahnersatz nur einen Festzuschuss zur Regelversorgung. Der Rest geht oft aus eigener Tasche.

Quelle: Verbraucherzentrale (GKV-Festzuschuss Zahnersatz: 60–75 % der Regelversorgung)

Altersvorsorge ist allein deine Sache

Ohne Arbeitgeber gibt es keine betriebliche Altersvorsorge. Die komplette Vorsorge musst du selbst organisieren.

Wie schnell die GKV mit deinem Gewinn wächst

Die freiwillige GKV berechnet deinen Beitrag direkt aus deinem Gewinn. Die PKV kalkuliert ihre Prämie unabhängig vom Einkommen.

  • Bis zur Mindestbemessung278 €/Monat
  • Beispiel-Gewinn 3.000 €/Monat633 €/Monat
  • Ab der Beitragsbemessungsgrenze1.226 €/Monat

Beispielrechnung mit dem allgemeinen Beitragssatz (14,6 %), dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag (2,9 %) und dem allgemeinen Pflegeversicherungsbeitrag (3,6 %), Stand Rechengrößen 2026. Individueller Zusatzbeitrag der Kasse und Kinderlosenzuschlag können den tatsächlichen Beitrag leicht erhöhen. Die PKV-Prämie wird unabhängig vom Einkommen kalkuliert.

Quelle: krankenkassen.de, „Rechengrößen 2026“

Das Nachzahlungsrisiko

Der GKV-Beitrag Selbständiger wird zunächst nur vorläufig festgesetzt. Die endgültige Abrechnung kann teuer nachkommen.

  1. 1

    Vorläufig geschätzt

    Dein Beitrag startet auf Basis deines letzten Steuerbescheids.

  2. 2

    Bescheid kommt oft spät

    Bis der neue Steuerbescheid vorliegt, vergehen häufig ein bis zwei Jahre.

  3. 3

    Nachforderung möglich

    Fiel dein Gewinn höher aus, fordert die Kasse rückwirkend nach. Wartest du länger als drei Jahre, wird sogar der Höchstbeitrag fällig.

Quelle: Haufe, „Rückwirkende Beitragsberechnung für Selbstständige“; § 240 SGB V

Wenn aus nebenberuflich plötzlich hauptberuflich wird

Ein besonders teures Szenario betrifft Menschen, die hauptberuflich angestellt und nur nebenberuflich selbständig sind.

Solange du hauptberuflich angestellt bist, bleibst du über den Job pflichtversichert und dein Arbeitgeber trägt die Hälfte deines GKV-Beitrags. Deine Selbständigkeit läuft beitragsfrei mit. Wächst dein Selbständigen-Einkommen aber über dein Angestellten-Einkommen hinaus, kann deine Krankenkasse dich rückwirkend als hauptberuflich selbständig einstufen.

  • Mehr als 20 Stunden pro Woche selbständig und ein Einkommen über 50 % der monatlichen Bezugsgröße (2026: 1.977,50 €) sprechen für hauptberuflich.
  • Der zentrale Auslöser: Dein Selbständigen-Einkommen übersteigt dein Einkommen aus der Anstellung.

Quelle: existenzgruendungsportal (BMWK), „Einstufung haupt- oder nebenberufliche Selbständigkeit“

Die Folge: Wegfall des Arbeitgeberzuschusses und voller Selbstzahler-Beitrag, oft auch rückwirkend.

Quelle: selbststaendigkeit.de, „Nebenberuflich selbstständig & Krankenversicherung“

16.000 €

Nachforderung in einem dokumentierten Fall, nachdem eine nebenberufliche Selbständigkeit rückwirkend als hauptberuflich eingestuft wurde. Kein Einzelfall-Garant, aber ein reales Beispiel.

Quelle: frag-einen-anwalt.de, Fallschilderung f333544, 2018–2019

Was Selbständige bei der Krankenversicherung entscheiden müssen

Der automatische Schutz aus der Festanstellung fällt weg. Die Wahl triffst du selbst.

Freiwillige GKV oder private Krankenversicherung

Als hauptberuflich Selbständiger bist du von der GKV-Pflichtversicherung befreit. Du kannst freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln. Die Entscheidung triffst du allein.

Quelle: Verbraucherzentrale, „Freiwillig in der GKV“, 2026

PKV unabhängig vom Einkommen wählbar

Angestellte dürfen erst ab einem Jahresbrutto von 77.400 € (2026) in die PKV wechseln. Als Selbständiger giltst du diese Grenze nicht: Du kannst die PKV unabhängig von deinem Einkommen frei wählen.

Quelle: krankenkassen.de, „Rechengrößen 2026“

Freiwillige GKV setzt eine Vorversicherung voraus

Der Zugang zur freiwilligen GKV ist an eine Vorversicherungszeit gebunden: Du musst unmittelbar vorher gesetzlich pflicht- oder familienversichert gewesen sein, sonst ist der Beitritt regelmäßig versperrt.

Quelle: Verbraucherzentrale, „Freiwillig in der GKV“, 2026

Der Weg zurück ist schwer

Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist für Selbständige nur in Ausnahmefällen möglich, ab dem 55. Geburtstag praktisch ausgeschlossen. Die Erstentscheidung zählt.

Quelle: § 6 Abs. 3a SGB V

Altersvorsorge für Selbständige

Ohne Arbeitgeber gibt es keine betriebliche Altersvorsorge. Die komplette Vorsorge musst du selbst organisieren.

Meist keine Rentenversicherungspflicht

Die meisten Selbständigen sind nicht rentenversicherungspflichtig. Es gibt allerdings gesetzlich benannte Ausnahmen, die kraft Gesetz pflichtversichert sind.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Selbstständige“

Ausnahmen mit Pflichtversicherung

Pflichtversichert sind unter anderem Handwerker:innen in der Handwerksrolle, Künstler:innen und Publizist:innen über die Künstlersozialkasse, selbständige Lehrkräfte, Erzieher:innen und Pflegepersonen ohne eigene versicherungspflichtige Angestellte sowie arbeitnehmerähnliche Solo-Selbständige mit im Wesentlichen einem Auftraggeber.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Selbstständige“

Freiwillig vorsorgen

Wer nicht pflichtversichert ist, kann trotzdem freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder sich auf Antrag pflichtversichern lassen.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Selbstständige“

Rürup-Rente als private Option

Die Rürup- bzw. Basisrente ist speziell für Selbständige gedacht: 2026 sind bis zu 30.826 € (Alleinstehende) bzw. 61.652 € (Zusammenveranlagte) als Sonderausgaben absetzbar. Dafür ist das Kapital langfristig gebunden: Es gibt keine Kapitalauszahlung, nur eine lebenslange Rente.

Quelle: Handelsblatt, „Rürup-Rente Vergleich“, 2026

Eine allgemeine Altersvorsorgepflicht für neue Selbständige ist aktuell in der politischen Diskussion, aber noch nicht geltendes Recht.

Allgemeiner Drei-Säulen-Überblick zur Altersvorsorge

Häufige Fragen

Was Selbständige uns am häufigsten fragen.

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?

Eine private Zusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeitenden abschließt und bezahlt. Beim Budgettarif erhält jede Person ein jährliches Gesundheitsbudget, das sie flexibel für Leistungen wie Zahnbehandlung, Sehhilfen, Heilpraktiker oder Vorsorge einsetzen kann.

Gibt es wirklich keine Gesundheitsprüfung?

In der Regel nicht: Die bKV ist ein Gruppenvertrag. Es gibt keine Gesundheitsfragen, keine Wartezeiten und keine Leistungsausschlüsse. Auch Vorerkrankungen und bereits laufende Behandlungen sind mitversichert.

Was kostet die bKV pro Mitarbeitendem?

Je nach Budgetstufe zwischen rund 10 € und 56 € pro Monat und Kopf (unverbindliche Beispielwerte, Stand Juli 2026). Die beliebteste Stufe mit 600 € Gesundheitsbudget liegt bei rund 20 €, deutlich unter der 50-€-Sachbezugsfreigrenze.

Ist die bKV steuerfrei?

Bis 50 € pro Monat und Mitarbeiter kann die bKV als Sachbezug steuer- und sozialabgabenfrei sein, sofern die Freigrenze nicht anderweitig genutzt wird. Alternativ ist eine Pauschalversteuerung möglich. Das ersetzt keine Steuerberatung. Details klärt ihr mit eurer Steuerberatung.

Welche Mitarbeitenden können versichert werden?

Alle, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand und davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Der Beitrag ist ein Einheitsbeitrag pro Person.

Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich die bKV?

Gruppenverträge sind je nach Versicherer ab etwa 3 bis 10 Mitarbeitenden möglich. Unsere Zielgruppe sind Unternehmen mit 20 bis 100 Beschäftigten. Fragt uns, wir prüfen das für euren Fall.

Was passiert, wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen?

Ehrliche Antwort: Der bKV-Schutz endet grundsätzlich mit dem Arbeitsverhältnis. Viele Tarife bieten aber eine private Weiterführungsoption für ausscheidende Mitarbeitende an.

Gibt es Nachteile, die wir kennen sollten?

Ja, drei Punkte sagen wir offen: Der Schutz endet beim Arbeitgeberwechsel. In beitragsfreien Zeiten wie Elternzeit muss die Fortführung geregelt werden. Und für privat versicherte Mitarbeitende mit starkem Tarif ist der Zusatznutzen geringer. Dafür profitieren sie von budgetneutralen Services wie dem Facharzttermin-Service.

Wie schnell kann die bKV starten?

Nach der Beratung geht es schnell: Mitarbeitergruppe definieren, Budget wählen, Vertrag schließen. Der Schutz gilt ab Vertragsbeginn, ohne Wartezeiten. Typisch sind wenige Wochen von Erstgespräch bis Start.

Was ändert sich durch das GKV-Spargesetz?

Der Festzuschuss der gesetzlichen Kasse für Zahnersatz sinkt ab 2027 von 60 % auf 50 % der Regelversorgung. Wer heute schon einen Heil- und Kostenplan genehmigen lässt, sichert sich für diesen Plan noch die 60 %. Der Eigenanteil für gesetzlich Versicherte steigt dadurch weiter – ein Gesundheitsbudget federt das ab.

Muss ich mich als Selbständiger krankenversichern?

Ja, aber die Wahl liegt bei dir: Als hauptberuflich Selbständiger bist du von der GKV-Pflichtversicherung befreit und kannst frei zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Für die freiwillige GKV brauchst du allerdings eine Vorversicherungszeit, für die PKV gilt anders als bei Angestellten keine Einkommensgrenze.

Warum kann eine GKV-Nachzahlung als Selbständiger so teuer werden?

Weil dein Beitrag zunächst nur vorläufig auf Basis deines letzten Steuerbescheids festgesetzt wird. Fällt dein tatsächlicher Gewinn höher aus, fordert die Kasse rückwirkend nach. Besonders teuer wird es, wenn eine bisher nebenberufliche Selbständigkeit rückwirkend als hauptberuflich eingestuft wird, etwa weil sie irgendwann mehr einbringt als der Job.

Muss ich als Selbständiger in die Rentenversicherung einzahlen?

In den meisten Fällen nicht. Es gibt aber gesetzlich benannte Ausnahmen, etwa bestimmte Handwerksberufe oder Künstler:innen und Publizist:innen über die Künstlersozialkasse. Wer nicht pflichtversichert ist, kann trotzdem freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder sich auf Antrag pflichtversichern lassen.

Wann kommt die App?

Wir bauen die App, sobald genug geprüfte Gesundheitspartner registriert sind, damit sie von Anfang an nutzbar ist. Bist du Anbieter, kannst du dich schon jetzt registrieren.

Muss ich mich für die App extra anmelden?

Nein, sobald deine bKV aktiv ist, bekommst du automatisch Zugang zur App mit deinem Gesundheitsbudget.

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