28 %
der Unternehmen führen die verpflichtende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung überhaupt durch – bei unter 50 Mitarbeitenden sind es nur 21 %.
Quelle: DEKRA Arbeitssicherheitsreport, 2025

Arbeitsschutz und die Wiedereingliederung nach Krankheit sind Pflicht, ab dem ersten Mitarbeitenden. Alles, was gemeinhin BGM heißt, ist freiwillig. Was das für euer Unternehmen bedeutet, was andere tatsächlich tun, und wie ihr mit überschaubarem Aufwand einsteigt.
28 %
der Unternehmen führen die verpflichtende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung überhaupt durch – bei unter 50 Mitarbeitenden sind es nur 21 %.
Quelle: DEKRA Arbeitssicherheitsreport, 2025
27 %
der Unternehmen haben ein strukturiertes, ganzheitliches BGM – nicht nur einzelne Maßnahmen.
Quelle: #whatsnext BGM-Studie (TK/IFBG/Haufe), 2025
600 €
steuerfreier Jahresbetrag je Mitarbeitendem für zertifizierte Präventionskurse – ein Freibetrag, nur der übersteigende Teil ist steuerpflichtig.
Quelle: § 3 Nr. 34 EStG, 2026
1.200 €
steuer- und beitragsfrei pro Jahr und Mitarbeitendem sind drin, wenn ihr den 600-€-Freibetrag mit der monatlichen 50-€-Sachbezugsfreigrenze kombiniert.
Quelle: § 3 Nr. 34 EStG + § 8 Abs. 2 S. 11 EStG, 2026
BGM, BGF, BEM, Arbeitsschutz: Im Alltag werden die vier Begriffe ständig vermischt, dabei ist der Unterschied für euch als Arbeitgeber entscheidend. Arbeitsschutz (u. a. Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Betriebsarzt) und das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 Abs. 2 SGB IX sind ab dem ersten Mitarbeitenden Pflicht. Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF, §§ 20, 20b SGB V) und eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) sind vollständig freiwillig. Betriebliches Gesundheitsmanagement selbst ist kein Gesetz, sondern der Rahmen, der alle vier Bausteine zusammenhält – so formuliert es auch das Landesportal Arbeitsschutz NRW ausdrücklich als „freiwillige Aufgabe und unternehmerische Entscheidung“ (Quelle: Arbeitsschutz NRW, 2026).
Seit dem 25. Oktober 2013 gehört die psychische Belastung ausdrücklich zur Gefährdungsbeurteilung (§ 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG) – das gilt für jedes Unternehmen ab dem ersten Mitarbeitenden. Trotzdem führen laut DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025 nur 28 % aller Unternehmen diese Beurteilung durch, bei unter 50 Mitarbeitenden sind es nur 21 %. Der Einstieg ist dabei günstiger, als die meisten erwarten: Spezialisierte Software kostet 5 bis 15 € je Mitarbeitendem und Jahr, einzelne Anbieter bereits ab 699 € einmalig – ein Ergebnis liegt oft innerhalb von ein bis zwei Wochen vor (Quelle: Anbieterpreise, Stand 2026).
Fast 90 % der Unternehmen machen irgendetwas für die Gesundheit ihrer Belegschaft, aber nur rund 27 % haben ein strukturiertes, ganzheitliches BGM – bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es nur etwa 22 % (Quellen: #whatsnext BGM-Studie 2025, n = 1.529; Universitätsmedizin Mainz, n = 819). Knapp die Hälfte der Unternehmen mit BGM hat dafür ein Jahresbudget unter 10.000 €. Bemerkenswert: Nur 20 % der Unternehmen nennen die Reduktion von Fehlzeiten als Hauptmotiv – deutlich wichtiger sind die soziale Verantwortung gegenüber der Belegschaft (90 %) und Mitarbeiterbindung (rund 70 %, Quelle: Olbrecht-Consulting, 2019).
Wer annimmt, Unternehmen scheitern an BGM, weil das Geld fehlt, liegt daneben: Nur 12 % nennen ein zu kleines Budget als Hauptgrund. Die eigentlichen Hürden sind fehlende Kapazität (56 %) und fehlende Weiterbildung zum Thema (62,7 %) – und 83 % der Unternehmen kennen nicht einmal den steuerlichen 600-€-Freibetrag für Präventionskurse (Quelle: Uni Mainz / Olbrecht-Consulting, jeweils aktuell zitiert). Für die Praxis heißt das: Ein Angebot, das ohne eigenes Projekt läuft, die Steuervorteile automatisch mitnimmt und von der Belegschaft direkt genutzt werden kann, trifft genau diese Lücke – nicht ein weiteres komplexes Programm.
Die Reihenfolge, die sich aus den Zahlen ergibt, ist einfach. Zuerst die Pflichten schließen – die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist ab 699 € einmalig zu haben und oft in ein bis zwei Wochen erledigt. Dann den kostenlosen Modulkatalog der Krankenkassen abrufen: Über die BGF-Koordinierungsstellen (bgf-koordinierungsstelle.de) bekommt ihr kassenübergreifend kostenlose Beratung, und einzelne Kassen liefern sogar Ergonomiecoaching direkt am Arbeitsplatz kostenfrei (Quelle: AOK Niedersachsen, 2026). Erst danach lohnt sich der gezielte Zukauf – und zwar bei dem, was Kassen laut eigenem Leitfaden explizit nicht fördern dürfen: Zahnprophylaxe, Vorsorgeuntersuchungen, Sehhilfen, Heilpraktiker, Physiotherapie und schnelle Facharzttermine (Quelle: GKV-Leitfaden Prävention, Stand 18.12.2025). Genau für diese Lücke ist ein Gesundheitsbudget gebaut.
Für den Zukauf gibt es zwei unabhängige, sich nicht gegenseitig verbrauchende Steuerwege: den 600-€-Jahresfreibetrag für zertifizierte Präventionskurse (§ 3 Nr. 34 EStG) und die 50-€-Sachbezugsfreigrenze pro Monat (§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG), unter die auch ein bKV-Beitrag fällt. Ein Gesundheitsbudget mit 600 € Jahresleistung kostet Unternehmen dabei typischerweise 20 bis 27 € pro Mitarbeitendem und Monat (Quelle: Marktpreise 2026) – vollständig innerhalb der Sachbezugsfreigrenze, ohne Lohnnebenkosten und ohne, dass ihr dafür für jeden Einzelfall Steuerberatung braucht. Wichtig: Wer bereits eine Guthabenkarte oder einen Firmenfitness-Zuschuss über dieselbe 50-€-Grenze abrechnet, hat dort keinen Spielraum mehr – beide Leistungen konkurrieren um dieselbe Freigrenze.
Der stärkste Befund der ganzen Recherche bleibt: Unternehmen scheitern nicht am Wollen oder am Geld, sondern an Kapazität und Wissen. Ein Gesundheitsbudget braucht kein eigenes Projekt, keine Kassenbürokratie und keine Extra-Schulung – einmal eingerichtet, ist es für die Belegschaft ab dem ersten Tag spürbar. Wer wissen will, was das für das eigene Team konkret kostet, findet in unserem bKV-Rechner eine Kalkulation in unter zwei Minuten.
Für Arbeitgeber, wie sie ein nachhaltiges Gesundheitssystem für ihre Mitarbeitenden aufbauen. Zahlen, Studien und ein klarer Fahrplan zur bKV-Einführung, zusammengestellt für Geschäftsführung und HR.
Nein. Pflicht sind nur einzelne Bausteine: Arbeitsschutz und das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), beide ab dem ersten Mitarbeitenden. BGF und eine betriebliche Krankenversicherung sind vollständig freiwillig (Quelle: Arbeitsschutz NRW, 2026).
Ab dem ersten Mitarbeitenden, ohne Betriebsgrößenschwelle. Auslöser ist mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von zwölf Monaten – auch mehrere kürzere Krankheitszeiten zusammengerechnet (§ 167 Abs. 2 SGB IX).
Software-Lösungen gibt es ab 5 bis 15 € je Mitarbeitendem und Jahr, einzelne Anbieter bereits ab 699 € einmalig – deutlich günstiger, als die meisten Unternehmen erwarten (Quelle: Anbieterpreise, Stand 2026).
BGF sind kassenfinanzierte Präventionsangebote (§ 20b SGB V) – sie dürfen laut GKV-Leitfaden explizit keine Screenings, Zahnprophylaxe, Physiotherapie oder Sehhilfen fördern. Genau diese Leistungen deckt eine bKV, beide ergänzen sich also, statt zu konkurrieren.